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MEhr ÜBER die Französische filmemacherin Julie Gautier

Ihr wollt die französischen Filmemacherin Julie Gautier etwas besser kennenlernen? Dann schaut euch ihre künstlerischen Kurzfilme und lest das Interview weiter unten auf dieser Seite!

Julie Gautier wurde auf der Insel La Réunion geboren. Ihr Vater war Speerfischer, ihre Mutter Tänzerin. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie das Tauchen und das Tanzen auf ihre ganz eigene Weise miteinander kombinierte und in eine anmutige Unterwasser-Performance verwandelte. Seit ihrem zwölften Lebensjahr wohnt sie in Nizza (Frankreich). Gemeinsam mit ihrem Partner, dem Freediving World Champion Guillaume Néry, begann sie, künstlerische Unterwasservideos zu drehen. Ihre Filme ermöglichen einen neuen, kreativen Blick auf die marine Welt; nicht zuletzt, weil sich Julie und Guillaume als Apnoetaucher ganz natürlich vor und hinter der Kamera bewegen können. Die Ästhetik und Technik des Filmemachens hat sich Julie Gautier komplett selbst beigebracht. Ihre Inspiration kommt aus den Bereichen Tanz, Comic und Kino. 

2019: "One breath around the world"
(Kurzfilm), Co-Regisseurin, Kamera 

2018: „AMA“
(Kurzfilm), Autorin, Regisseurin, Tänzerin

2015: Naughty Boy - “Runnin' (Lose It All) “ feat. Beyoncé, Arrow Benjamin)
(Musikvideo), Regisseurin, Choreographin

2014: "Ocean Gravity"
(Kurzfilm), Co-Regisseurin, Kamera 

2012: "Narcose"
(Kurzfilm), Regisseurin, Choreographin

2010: “Freefall”
(Kurzfilm), Co-Regisseurin, Kamera


 

Interview: 


 

„Wenn ich keine Fische jage, dann jage ich Bilder“


Das Poster der International OCEAN FILM TOUR hat ein neues Gesicht:  Julie Gautier. Die Filmemacherin und Apnoetaucherin wuchs auf der Insel La Réunion auf und hat ihr Leben dem Ozean gewidmet. Ihr Porträt "Julie" wird auf der International OCEAN FILM TOUR Volume 6 gezeigt. 

 

Julie, du bist Filmemacherin. Wie war es für dich bei den Dreharbeiten zur Dokumentation „Julie“ vor der Kamera zu stehen?

Es fiel mir anfangs nicht leicht, vor der Kamera ich selbst zu sein, mich ganz offen so zu zeigen, wie ich bin. Das war die größte Herausforderung für mich, denn ich bin ein recht scheuer Mensch und ein bisschen „wild geblieben“. Aber vor der Kamera zu sein ist für mich viel entspannter als die Rolle der Regisseurin. Man trägt viel weniger Verantwortung, muss keine Entscheidungen treffen.
 

Beim Freitauchen bist du riesigen Buckelwalen begegnet. Kannst du beschreiben was dir da durch den Kopf ging?


Wenn du mit einem Wal tauchst, verstehst du erst wirklich wie klein du bist. Sie sind so anmutig, so pur. Die meisten Menschen weinen, wenn sie zum ersten Mal einem Wal begegnen, weil er ein Sinnbild dafür ist, wie ein Wesen dieses Planeten sein sollte.
 

Du bist auf der Insel La Réunion aufgewachsen. Wie hat das Meer deine Kindheit und Jugend beeinflusst?


Natürlich wuchs ich quasi am Strand auf, aber zudem brachte mir mein Vater das Speerfischen bei. Da war ich gerade mal 11 Jahre alt. Das Speerfischen ist viel mehr als ein Hobby, für mich ist es ein kulturelles Erbe und eine Lebensart. Es hat mein Verhältnis zum Wasser stark geprägt. Ich bin eine Jägerin. Wenn ich keine Fische jage, dann sind es eben Bilder.
 

Wie bist du zum eigentlichen Freitauchen gekommen und wie hat sich dein Blick auf den Sport seitdem verändert?


Ich habe recht spät mit dem sportlichen Freitauchen begonnen. Ich war 18 Jahre alt, als ich zu trainieren anfing. Zuvor bin ich einfach tief getaucht und lange unter Wasser geblieben, weil es beim Fische fangen hilfreich war, aber es war in sich kein Ziel. Als ich an Wettkämpfen teilnahm, änderte sich das natürlich. Aber ich glaube, ich machte einfach damit weiter, weil ich Talent hatte, nicht, weil es mir tatsächlich gefiel. Erst als ich mit dem Filmemachen anfing und Geschichten unter Wasser erzählen wollte, verstand ich, wie ich das Freitauchen für meine Zwecke nutzen konnte.


 

Du verbindest die Disziplinen Tanz und Freitauchen - wie kamst du darauf?


Mein Vater war Speerfischer und meine Mutter Tanzlehrerin. Deswegen waren diese beiden Disziplinen von Anfang an Teil meines Lebens. Als ich begann Filme zu drehen, verstand ich schnell, dass die Verbindung dieser beiden Welten fantastische Bilder hervorbringt.
 

Was ist das Wichtigste, das du unter Wasser oder vom Meer generell gelernt hast?


Wenn du tief tauchst und gegen den Wasserdruck ankämpfst, wirst du nie gewinnen. Sich im Meer auflösen, Teil davon werden - das ist der Schlüssel zu Erfolg und Genuss. Flexibilität, Akzeptanz und Konzentration sind die einzigen Werkzeuge, die man beim Tauchen hat. Ich habe irgendwann verstanden, dass es im Leben nicht anders ist. Es ist zwecklos mich gegen einen Schmerz oder eine Angst zu wehren, ich komme nur darüber hinweg, wenn ich es zulasse.
 

Gehst du auch Gerätetauchen?

Ich habe es drei oder viermal gemacht, aber das war’s. Ich schätze die Freiheit beim Freitauchen. Gerätetauchen ist viel zu kompliziert für mich. (lacht)
 

Gibt es einen Spot, an dem du noch nicht warst und den du entdecken möchtest?

Seit ich klein bin träume ich davon im Amazonas mit den pinken Flussdelfinen zu tauchen.



Das Interview führte die Redaktion der International OCEAN FILM TOUR.

 

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